Willkommen im Adolf-Clarenbach-Haus (Goebenstift)

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Geschichte des Hauses

1.) Die Anfänge

Das Evangelisch-Theologische Studienhaus Adolf Clarenbach kann auf nunmehr über 100 Jahre Geschichte zurückblicken.
Am 10. November 1897 legte die "Rheinisch-westfälische Vereinigung der Freunde des kirchlichen Bekenntnisses" auf dem Grundstück Goebenstraße 32-34 den Grundstein zum Bau eines Doppelhauses, das den evangelischen Theologiestudenten in Bonn als Wohn- und Studienhaus dienen sollte. Bereits mit Beginn des Sommersemesters 1899 war das Haus bezugsfertig und bot zunächst 15 Studenten sowie dem Direktor und seiner Familie Raum für theologische Studien, Diskussionsrunden und Gemeinschaftsleben.

2.) Kriege und Nachkriegszeit

Durch Spendenaufrufe, Kollekten und die tatkräftige Unterstützung eines kleinen Freundeskreises konnte die Vereinigung eine Schließung des Studienhauses auch während des ersten Weltkrieges und der Nachkriegszeit verhindern. Bis zu Hitlers "Machtübernahme" 1933 spitzte sich die schlechte finanzielle Lage weiter zu. Im Mai 1935 sah sich der Vorsitzende der Vereinigung, Pastor Friedrich Frick, gezwungen, das Studienhaus zu schließen. Anlass dazu gaben ihm nicht nur die schlechte finanzielle Situation, sondern auch die immer kleiner werdende Zahl von Theologiestudenten in Bonn. Nach der Schließung des Studienhauses 1936 nahm sich die Bekennende Kirche dem Gebäude an.
Jedoch war es nicht möglich die bisherige Funktion aufrecht zu erhalten. Nachdem es vorübergehend der Aufnahme von Wohnungssuchenden diente, wurde es 1945 von den Besatzungstruppen beschlagnahmt und später zur Militärunterkunft umfunktioniert. Hatte das Haus bereits während des Krieges durch Bombenangriffe einige Schäden erlitten, so wurde es jetzt beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen: Durch die Unvorsichtigkeit der Besatzungstruppen wurden Teile des Daches durch einen Brand zerstört.

3.) Ein Neuanfang

Ab April 1948 war der Vorstand darum bemüht das Doppelhaus 32-34 wieder als Studienhaus nutzen zu können. Zunächst gelang es nur, im Haus 34 für 14 Studenten Zimmer einzurichten. Erst 1951/52 konnte auch das Haus 32 wieder gewonnen werden und durch Um- und Ausbau beider Gebäude entstand bald ein integriertes Doppelhaus, das insgesamt 35 Studenten Unterkunft und Studienmöglichkeit bieten konnte.
1957 entschloss sich der Vorstand zur Änderung des Hausnamens. Durch den Zusatz "Adolf Clarenbach" (vgl. Vita) wird die besondere Verbundenheit des Studienhauses mit der rheinischen Kirchengeschichte zum Ausdruck gebracht. Mitte der 70er Jahre konnte das Nachbarhaus 36 erworben werden, wodurch die Zahl der zur Verfügung stehenden Einzelzimmer auf 40 erhöht wurde.

4.) Das Studienhaus heute

Heute ist das Evangelisch-Theologische Studienhaus Adolf Clarenbach eine lebendige Hausgemeinschaft, in der nach wie vor Theologiestudierende ein zu Hause finden, das ihnen Raum gibt, praktisches Christsein zu erleben. Aber auch Nicht-Theologiestuderende gehören seit einigen Jahren in diese "vielleicht größte WG Bonns".

Trotzdem müssen sich alle "Goebis" und ihre Freunde auch heute wieder die Frage stellen, die bereits 1932 den Vorstand bewegt hat:

"Ist das Haus noch nötig? Muss es bleiben?"

Doch wir wissen - genau wie der Vorstand damals:

"Das Haus ist nötig! Es hat noch seine große Aufgabe, heute mehr denn je!"

Weitere Informationen

Einen vertieften Einblick in die Entwicklung des Hauses, die ursprüngliche Motivation seiner Einrichtung, seine Rolle im Kirchenkampf und manch weiterer spannender Information bietet eine anlässlich des 100jährigen Bestehens im Jahr 1997 veröffentlichte Festschrift mit dem Titel "100 Jahre Evangelisch-theologisches Studienhaus Adolf Clarenbach 1897-1997, herausgegeben von: Karl Heinz zur Mühlen und André Ritter.
Die Sammlung wurde in die Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte (Band 125; herausgegeben von H. Faulenbach, D. Mayer und R. Mohr; ISBN 3-7927-1679-8) aufgenommen und ist 1997 im Rheinland Verlag, Köln erschienen.
Bestellt werden kann die Festschrift für 10 € (alles inklusive, aber Adresse nicht vergessen!) beim  Studieninspektor, Goebenstr. 32-36, 53113 Bonn.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 23. Januar 2011 um 17:43 Uhr